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Manche Leute fühlen den Regen. Andere werden einfach nur nass – Bob Marley

Kinder koooommt reeeeeeiiiiin! Es regnet! Bedeutet übersetzt “offizielle Einladung zum Weglaufen”.

Während die meisten bei Regen die Zeit drinnen verbringen – möchten unsere Kinder vor allem eines – RAUS.

Ist ja schon toll, aus allen Ecken kommt Wasser. Schade, dass wir vergessen wie stark die Sonne eigentlich im Regen scheint, sobald wir mit dem Erwachsenen Virus „die Hülle muss perfekt sein“ ausgestattet werden. Ich gestehe, ganz ganz lange versuchte ich diese Maske auch zu tragen bzw. mich dahinter zu verstecken. Als sie fiel, war es geglaubte Resignation – aus heutiger Sicht, mein Freiheitsstoß. Mein streben nach Perfektion fiel mit dem Titel „Zweifach-Mama“. Um ganz genau zu sein – am 27.7.2016 (sagte mir das Speicherdatum vom Bild). Ich war zu diesem Zeitpunkt am mentalen Ende. Müde – schon erwähnt – wirklich müde, erschöpft, traurig, eingeschlossen in Türmen voller „dies gehört sich so“ und „dies so“, nicht endenden Besucherketten. Schlauen Sprüchen und super tollen Kommentaren wie „jetzt müsse es aber schon gehen“ „so schlimm kann deine Geburt nicht gewesen sein, meine war….“, „früher warst du lustiger“ und eigenen Wertvorstellungen. Gefolgt mit der Kombination Schreibaby oder Dauernuckler, einem weiteren Baby am Arm, eingeschlossen in meinem Körper, der sich so sehr nach fünf Minuten Freiheit sehnte. Oder einem Toilettengang – alleine. Ich war so garnicht stolz auf mich, dabei leistete ich enorm viel.

Ja es war nicht immer alles easy, Partybilder von Freunden machten es auch nicht besser.

Ich war gerade unterwegs mit Elefantenbaby (so hieß unser Geschwisterkinderwagen) mit dem gesamten Gefühlskarussell und stand dann auch noch im Platzregen. Der Busen spannte, weil kleiner Krieger dachte er muss länger schlafen, Miss Ascot jammerte und wollte nur getragen werden, ich chronisch genervt vom Leben – bähhhh und dann auch noch das – das Wasser kam in Eimern vom Himmel! Für einen kurzen Moment dachte ich – womit hab ich das alles verdient.

Dann kam es, ein kleines Strahlen von etwas über Kniehöhe – meine Kleine, lachte mich mit einem breiten Grinsen an und patschte mit ihren Beinen im Wasser. Da musste ich einfach nur mehr lachen. Parkte das Elefantenbaby unter einem freistehenden Garagendach und wir tanzten im Regen. Ich fühlte mich das erste Mal wieder lebendig.

Annahme – Hingabe – loslassen und alles ist einfach herrlich ! Wie mein Lebensmann immer sagt, egal welche Erinnerung hier und dort ist, sind wir dort, machen wir den Ort zu einer schönen Erinnerung. Verbanne alles was dir dein Strahlen nimmt und sei einfach so großartig wundervoll wie du wirklich bist.

Kein Wunder also, dass ich zwei Jahre später auf Taube Ohren stoße, wenn ich unsere Käfer bitte bei Regen reinzukommen.

Für einen kurzen Moment dachte ich heut an den spießigen Satz … “ihr werdet krank, wenn ihr…, “

Nein!

Schnell schnappe ich mir die Kamera – halte unvergesslich schöne Momente fest, wie sie keine Inszenierung bieten könnte und nimm zwei pitsch patsch nasse Käfer in den Arm und schreibe diese Zeilen. Außerdem würde ich sonst auch das Erdbeerblätter BBQ verpassen, serviert in Uggs aus Teneriffa.

Absolute Empfehlung – im Trampolin und auf der Rutsche ist es im Regen besonders lustig – probiert es aus 🙂

Erwachsen werden können wir, wenn wir groß sind.

Wenn ich aus dem geheimen Tagebuch plaudern darf, den schönsten Regentanz hatte ich, als ich vor 5 Jahren im strömenden Regen meinen Mann fragte, „Möchtest du der Vater meiner Kinder werden…“ noch nie zuvor, habe ich so einen glücklichen Mann in die Augen sehen dürfen.

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