Meine Weihnachtsgeschichte

Mama, magst du die Farbe Schwarz? Nein, eigentlich garnicht, warum trägst du sie dann?

Gute Frage.

In der Frage noch festhängend ging ich zur Arbeit. Ich nahm ein Baguette mit für unser kleines Weihnachtsessen im Büro. An der Kreuzung auf grün wartend, sprach mich ein Mann auf französisch an. Ich verstand kein Wort – er schwenkte ins perfekte Deutsch über „Ich war schon an so vielen Orten dieser Welt, aber noch nie an so einem paradiesischen Ort wie in Kärnten.“ Mhm, interessant dachte ich, dabei hängt der Nebel heut echt tief. „Hier ist wirklich das Paradies.“ Setzte er nach. Entgeistert starrte ich noch immer den Nebel an und konnte kein Paradies sehen.

Ich erwiderte aber zustimmend, dass freut mich sehr, dass es Ihnen hier so gut gefällt. Gleichzeitig erwischte ich mich beim Gedanken, >>komisch, und ich habe immer Fernweh.<< bevor ich weiterging fragte er,

„Mademoiselle, würden Sie mit mir bitte die Hälfte von ihrem Brot teilen?“

Etwas überfordert von den Frage, zögerte ich freilich keine Sekunde und gab ihm das Ganze.

Mir gab es ehrlich zu denken in welchem Überfluss wir täglich unseren Alltag ganz selbstverständlich bestreiten. Wie wir täglich den Konsum erliegen – höher- teurer – weiter – „was werden“ – weiterkommen – wachsen …. in mir kehrte ehrliche Zufriedenheit ein. Wertschätzung und Dankbarkeit. Die Weihnachtswunder sind oft die großen kleinen ungeplanten Gesten.

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